„Protest Participation in Variable Communication Ecologies“ – Internationale Konferenz in Alghero, Sardinien

Protestforscher aus aller Welt kamen im Juni in Alghero zusammen, um darüber zu diskutieren, wie sich die veränderte Medien- und Kommunikationslandschaft auf Protest und soziale Bewegungen auswirkt. Ich war zusammen mit Mundo Yang von der Universität Siegen da. Wir haben unsere Typologie zur Grassrootskampagnen im Netzt vorgestellt.

Das Programm war dicht gepackt und neben vielen Nachwuchswissenschaftlern, die meist sehr spezifischen Fallstudien aus den unterschiedlichsten Ländern vorstellten, waren auch einige sehr bekannte Forscher da. Entsprechend begann die Tagung mit einem Roundtable zum Thema „Protest Participation in Variable Communication Ecologies“ mit Lance Bennett, Natalie Fenton, Zizi Papacharissi and Bev Skeggs. Dabei wurden viele spannende Fragen aufgeworfen und man merkte auch sehr deutlich, dass viele Forscher auch selber in sozialen Bewegungen aktiv sind.
Geprägt war die Tagung auch durch die vielen parallel stattfindenden Panels, so dass es einen manchmal schon schwer viel, sich für eines zu entscheiden. Für mich am interessantesten waren neben einzelnen Fallstudien vor allem die generellen Diskussionen zu methodischen Fragen. Wie kann man Online-Kommunikation analysieren. Wie kann man überhaupt an die Daten kommen? Und was bedeutet es, wenn man so viele Daten hat? Deutlich wurde dabei, dass man in Zukunft verstärkt mit anderen Disziplinen, wie der Informatik zusammenarbeiten muss, um Wege zu finden mit den „Big Data“ umzugehen. Sehr interessant fand ich in diesem Zusammenhang auch den Vortrag von Lance Bennett zum Thema „The Political Economy of Ideas: Power, Institutions, and Disruption in Discourse Ecologies“, für den er über Jahrzehnte hinweg das Vorkommen bestimmter key terms in englischsprachigen Büchern (mit Hilfe von Google) ausgewertet hat und dadurch zeigen konnte, wie sich bestimmte Ideen wie sustainablity verbreiten, aber auch wie sie sich in ihrer Bedeutung und Konnotation verändern.

Schön war am Ende auch, dass Mundo Yang und ich auf unseren Vortrag sehr positives Feedback bekommen haben, unter anderem auch von Lance Bennett. Wir werden den Ansatz auch weiter verfolgen und hoffentlich bald in einem englischsprachigen Journal veröffentlichen.

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